Sonntag, 22. Oktober 2017

Dankbarkeit als Basis zum Glück?



Kennt Ihr das, wenn einem in einem kurzen Zeitraum immer wieder ein bestimmtes Thema begegnet? Im TV, in Zeitschriften, in Gesprächen.

Vor einigen Wochen war das bei mir so mit dem Thema „Dankbarkeit“. Es fing an mit einem Artikel in der „Ma Vie“, einer Zeitschrift, die ich abonniert habe und sehr gerne lese. Dann hatte ich ein Gespräch und in diesem Gespräch ging es darum, dass ich mich oftmals über bestimmte Dinge in meinem Leben nicht mehr freuen kann bzw. wenn ich etwas geschafft habe, dass ich nicht glücklich bin. Ich mache mir dann zusätzlichen Druck, dass ich mich doch freuen müsste, was wiederum zur Folge hat, dass ich mich eher traurig fühle als glücklich, also total kontraproduktiv.




Meine Gesprächspartnerin fragte mich dann, ob ich denn dankbar wäre? Darüber hatte ich noch nie nachgedacht, aber JA, dankbar war ich.

Ich habe mich danach immer wieder gedanklich mit diesem Thema beschäftigt, den Zeitschriften-Artikel noch einmal gelesen und auch das Buch „Das DankbarPrinzip®“ von Sabine Dankbar und Monika Homann bestellt. Es ist sehr empfehlenswert!

Was bedeutet jetzt Dankbarkeit für mich? Erst mal ist es für mich nichts Negatives, sondern etwas sehr Positives. Es ist ein Gefühl, was für mich viel stärker und dauerhafter ist als „Glück“. Glücklich ist man in einem bestimmten Moment, aber Glück kann auch schnell verfliegen. Dankbarkeit hält länger und ich finde, man kann das Gefühl auch noch später spüren, wenn man nicht mehr in der Situation ist oder diese länger zurückliegt. Dankbarkeit ist vielleicht sogar die Basis, um glücklich zu sein.

Meiner Meinung nach, sind wir oftmals undankbar. Vieles ist für uns selbstverständlich und gehört einfach dazu. Wir denken nicht darüber nach, wie gut es ist, dass wir alle medizinisch und sozial abgesichert sind in Deutschland. Wird man krank, ist es einfach, Hilfe zu bekommen, und im Falle einer ernsten Erkrankung tun die Ärzte ihr Bestmögliches, um zu helfen. Selten erhalten Patienten die Nachricht, dass nichts mehr getan werden kann. In anderen Ländern sieht die medizinische Versorgung doch ganz anders aus.

Wenn wir arbeitslos sind oder in finanzielle Not geraten, fängt unser Sozialsystem uns auf und zumindest die Grundversorgung ist immer gesichert.

Aber auch alltägliche Dinge sind das normalste von der Welt für uns und wir denken nicht darüber nach, wie schön es ist, dass unsere Supermarkt-Regale immer gefüllt sind. Stattdessen meckern wir, wenn das Obst und Gemüse nicht gut aussieht. Wir können immer an die nächste Tankstelle fahren und unser Auto betanken, nie hängt ein Schild dort „Heute kein Benzin“. Jeden Morgen können wir einfach den Wasserhahn aufdrehen und duschen, unseren Kaffee  oder Tee kochen. In unseren Wohnungen ist es im Dunkeln immer hell und in der kalten Jahreszeit immer warm. Und trotzdem meckern wir und sind oft undankbar.

Bei mir ist das nicht anders, ich meckere auch gerne schnell, aber in der letzten Zeit habe ich mich selbst beobachtet und dann oft gedacht: „Du könntest jetzt auch einfach mal dankbar sein.“ 

Natürlich ist man vielleicht nicht für alles in seinem Leben dankbar, aber wenn man über bestimmte Situationen oder Umstände mal etwas nachdenkt, kann man auch an vermeintlich schlechten Umständen irgendwie etwas klitzekleines Gutes finden. Ich gebe Euch mal ein Beispiel: Ich habe vor einigen Jahren meinen Job verloren, weil ich in den Augen meiner Chefs zu lange krank war. Diese Kündigung war sehr schlimm für mich und hat mir damals sehr viel Selbstwertgefühl genommen. Lange habe ich damit gehadert und habe regelrechten Hass gegenüber diesem Unternehmen gefühlt. Jetzt gerade in diesem Moment denke ich anders darüber und bin dankbar dafür, dass ich nicht mehr für dieses Unternehmen arbeiten muss, denn wer so mit seinen Mitarbeitern umgeht, für den möchte ich gar nicht arbeiten.




Ich bin dankbar für jeden lieben Menschen in meinem Leben, der mich wertschätzt und auch für die Menschen, mit denen ich mich nicht verstehe, denn sie zeigen mir, was ich nicht möchte. Manchmal sind es bestimmte Verhaltensweise oder Werte, die einfach nicht mit meinem Vorstellungen übereinstimmen

Ich bin dankbar für die digitale Welt, denn sie eröffnet einem unbegrenzte Möglichkeiten. Vor ein paar Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass ich als Biologin mal für einen Blumenhandel floristische Projekte entwerfe und umsetze. Ohne Ausbildung hätte mich niemand genommen. Heute ist alles möglich. Viele Blogs, die ich verfolge, haben Dinge in meinem Leben geändert. Zum Beispiel bin dadurch motiviert worden, wieder regelmäßig joggen zu gehen und etwas für meine Gesundheit zu tun. Die unendliche Rezeptvielfalt der ganzen Foodblogs lassen jedes Herz von Koch- und Backfans höher schlagen. Man liest Dinge und lernt Sachen und Menschen kennen, denen man sonst nie begegnet wäre.

Wenn man sich länger mit dem Thema Dankbarkeit beschäftigt, fallen einem viele Dinge ein, für die man dankbar sein kann, so war es zumindest bei mir. 

Sabine Dankbar und Monika Homann empfehlen in ihrem Buch, das ganz persönliche Dankbarkeits-Alphabet aufzuschreiben. Für jeden Buchstaben drei Dinge, für die man dankbar ist. Das müssen keine großen Dinge sein, sondern vielleicht auch so etwas wie, dass man Lesen kann oder die Sonne scheint.



Eine andere Übung aus dem Buch „Das Dankbar Prinzip®“ ist das Dankbar-Tagebuch. In einem kleinen Heft soll man jeden Abend vor dem Schlafen drei Dinge aufschreiben, für die man an diesem Tag dankbar war. Es können große Sachen sein, wie z. B. das Unterschreiben eines Arbeitsvertrages, aber auch kleine Dinge, wie das Lächeln der Bäckereiverkäuferin. Der Effekt dieses Tagebuches ist ganz einfach: Wir konzentrieren uns auf die positiven Dinge des Tages, werden achtsam dafür und finden langfristig vielleicht mehr Gelassenheit und Kraft im Alltag.

Ich finde, wir sollten das alle mal ausprobieren.

Ich bin dankbar, für alle, die meinen Blog lesen und wünsche Euch allen einen schönen Sonntag!

Fühlt Euch gedrückt

Julia




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